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Europäischer Wolfsbarsch - Unterschiedliche Proteinverhältnisse

Biofilter zur Entfernung des von Fischen ausgeschiedenen Ammoniums sind ein essentieller Teil jeder Kreislaufanlage für die Zucht von aquatischen Organismen (Brunty et al. 1997). Die Menge an eingetragenen Nährstoffen durch die Fische ist eines der wichtigsten Kriterien, bei der Konzipierung einer Anlage zur Wasserwiederverwendung. Wenn der Biofilter zu klein ausgelegt ist, können Ammonium- und Nitritkonzentrationen nicht gesteuert werden und eine schlechte Wasserqualität tritt auf. Ein überdimensionierter Biofilter dagegen treibt die Investitions- und Betriebskosten in die Höhe (Van Wyk 1999).

Die Menge an ausgeschiedenem Ammonium steht in einem direkten Verhältnis zu der Menge an Stickstoff, die über die im Futter enthaltenen Proteine an die Fische geliefert wird (Brunty et al. 1997). Durch die Nutzung eines optimalen Futters, das besonders gut vom Fisch verwertet werden kann und möglichst wenig Protein enthält, besteht die Möglichkeit die Nährstoffabgabe ins Wasser zu reduzieren.

Durch eine Reduzierung der Nährstoffabgabe kann auch der Aufwand für die Wasseraufbereitung vermindert werden, insbesondere durch die Nutzung eines kleineren Biofilters. Dieses würde durch ein sinkendes Wasservolumen im weiteren Verlauf  Energieaufwand und Kosten senken, Platz einsparen und letztendlich u.U. den Einsatz kleinerer, sparsamerer Pumpen bedeuten.

In Europa liegt der Schwerpunkt der Aquakultur in der Zucht karnivorer Fische, die auf die natürlichen Proteine aus der Fischerei angewiesen sind. Fischmehl und Fischöl liefern den Organismen essentielle Aminosäuren und Fettsäuren, die in pflanzlichen Proteinen und Ölen nicht vorhanden sind (Naylor et al. 2000). Da karnivore Fische einen besonders hohen Bedarf an Proteinen haben, würde eine Reduzierung nicht nur zu einer geringeren Stickstoffbelastung der Umwelt führen, sondern könnte auch zu einer Entlastung in der Fischmehlproduktion führen.

In der folgenden Arbeit wurde die Nährstoffabgabe von Europäischen Wolfsbarschen (Dicentrachus labrax) untersucht, die mit drei verschiedenen Futtermitteln, mit einem unterschiedlichen Proteingehalt von 50 %, 42 % und 30 %, gefüttert wurden. Es wurde betrachtet ob eine Reduzierung des Proteingehaltes möglich ist und somit den Einsatz von kleineren Biofiltern ermöglicht. Vor Beginn des Versuches wurde eine Kreislaufanlage mit dem Erstbesatz bestückt und für den Betrieb optimiert.

Die Ergebnisse zeigen, dass der Europäische Wolfsbarsch auch mit einem geringeren Proteinanteil im Futtermittel ernährt werden kann und ein Biomassenzuwachs erzielt werden kann, dieser Zuwachs ist jedoch geringer. Die Ammoniumausscheidungen waren bei der Nutzung des Futtermittels mit einem Proteingehalt von 30 % signifikant geringer. Dieses wird jedoch durch den erhöhten Futtermitteleinsatz zur Erzielung eines ausreichenden Wachstums kompensiert, sodass eine Reduktion des Biofilters nicht möglich war.

 

Referenzen:

Brunty, J. L., Bucklin, J., Davis, J., Baird, C. D., Nordstedt, R.A., 1997, The influence of feed protein intake on tilapia ammonia production, Aquacultural Engineering 16, S. 161-166

Naylor, R.L., Goldburg, R. J., Primavera, J.H., Kautsky, N., Beveridge, M.C.M., Clay, J., Folke, C., Luchenco, J., Mooney, H., Troell, M., 2000, Effect of Aquaculture on world fish supplies, Nature Vol. 405, pp. 1017-1024

Van Wyk, P.,1999, Chapter 4 - Principles of Recirculating System Design, In: Van Wyk, P., Davis-Hodgkins, M., Laramore, R., Main, K.L., Mountain, J., Scarpa, J., Farming Marine Shrimp in Recirculating Freshwater Systems, Florida Department of Agriculture and Consumer Services, p. 90ff


 

 
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