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Nematoden als Lebendfutter in der Aufzucht mariner Fischlarven

Die Zucht und Produktion von Fischen in der Aquakultur wird besonders bei der Aufzucht von Larven vor besondere Herausforderungen gestellt. Grund dafür ist, dass Larven im Vergleich zu adulten Tieren, deutlich empfindlicher auf äußere Einflüsse reagieren. Somit ist es im Interesse eines Aquakulturunternehmens Parameter wie Temperatur, Sauerstoffgehalt oder Wasserqualität ideal auf die Bedürfnisse der Larven einzustellen. Dies gilt insbesondere auch für die Nahrung der Larven. Wenn die Tiere nach Beendigung der Dottersackphase damit beginnen, Nahrung aktiv aufzunehmen, sind sie in der Regel sehr auf ihre natürliche Nahrung festgelegt, die meist aus verschiedenen Planktonpartikeln wie beispielsweise Algen oder diversen Krebstieren besteht. Viele Arten sind somit in diesem frühen Lebensabschnitt auf lebende Nahrung angewiesen und können zunächst nicht mit künstlichem Futter ernährt werden. Es müssen also lebende Nahrungsorganismen produziert werden, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen müssen. Dazu zählen eine günstige Zusammensetzung von Nährstoffen, ein passendes Größenspektrum, hohe Vermehrungsraten für die Produktion, eine kostengünstige Kultivierung bzw. Anschaffung sowie eine gute Versorgungssicherheit und Robustheit der Futterorganismen. Im Idealfall sollte es möglich sein, die Nährstoffzusammensetzung flexibel den Bedürfnissen der Fischlarven anzupassen. Bislang erfüllt keine der gängigen Methoden alle dieser Bedingungen. Hier gibt es also noch viel Forschungspotential.

Diese Lücke, könnte durch die bereits in der Aquaristik eingesetzten Nematoden (Fadenwürmer) geschlossen werden. Nematoden lassen sich leicht in großen Mengen produzieren und ernten, und ihre Einsetzbarkeit in der Aquakultur ist bereits wissenschaftlich in der Vergangenheit nachgewiesen worden. In vielen der oben genannten Aspekten sind sie den herkömmlichen Futterorgansimen überlegen oder zumindest gleichwertig. Leider beschränkte sich die Forschung auf diesem Gebiet bislang auf Studien in kleinerem Rahmen, und es wurde noch kein vollständiges Verfahren für den Einsatz in kommerziellen Aquakulturbetrieben entwickelt.

Dies ist das Ziel meines Forschungsprojekts. Es sollen Verfahren zur Massenproduktion, Anreicherung mit Nährstoffen, Ernte und Verfütterung in großem Maßstab entwickelt werden. Der Fokus liegt dabei auf der Aufzucht mariner Fischlarven mit Hilfe von Nematoden, da sich bisherige Studien auf Süßwasserfische beschränkten. Zudem soll eine Gendatenbank, der untersuchten Nematodenarten erstellt werden.

Dieses Projekt wird am Institut für Marine Ressourcen (IMARE GmbH) und am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Zusammenarbeit mit der Firma Impetus GmbH & Co. Bioscience KG in Bremerhaven durchgeführt.


 

Die Förderung für das Projekt Fischfutter erfolgt durch das Land Bremen aus dem Förderprogramm Angewandte Umweltforschung und aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung EFRE 2007-2013.

EUROPÄISCHE UNION: Investition in Ihre Zukunft - Europäischer Fond für regionale Entwicklung.


 
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