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NutriMat

Ziel des Projektes NutriMat ist, die Eignung und Qualität des Aufwuchses an den Gründungsstrukturen von Offshore-Windkraftanalgen als alternative Protein- und Lipidressource für die Aquakultur zu untersuchen, sowie ein geeignetes Ernte- und Verarbeitungsverfahren zu entwickeln.

Eine stetig ansteigende Nachfrage nach Fischereierzeugnissen aus der Aquakultur zieht das Problem der Ernährung dieser Tiere nach sich. Durch eine Stagnation der Fischereierträge bei ansteigender Nachfrage ist der Preis für Fischmehl, welches einen essentiellen Bestandteil von Futtermitteln für die Aquakultur darstellt, in den letzten Jahren stark angestiegen. Aufgrund der erhöhten Preise und durch das Streben nach ökologisch wertvolleren Futtermitteln ist die Entwicklung alternativer Protein- und Lipidressourcen heute ein wichtiger Forschungsbereich in der Aquakultur.

Durch die sich immer stärker entwickelnde Offshore-Windenergie Branche werden neue künstliche Hartsubstrate im Meer etabliert, die die Grundlage für eine durch die Miesmuschel geprägte Aufwuchsgemeinschaft bilden. Diese Aufwuchsgemeinschaft führt zum einen dazu, dass durch die höhere Belastung mehr Stahl für die Gründungsstrukturen verwendet werden muss, um eine ausreichende Stabilität der Strukturen trotz einer Mehrbelastung durch den Aufwuchs zu gewährleisten, zum anderen wird durch die assoziierte Mikrofauna die Korrosion an den Strukturen verstärkt und eine Kontrolle der Schweißnähte erschwert. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit einer Entfernung der Aufwuchsgemeinschaft von den Gründungsstrukturen, wenn Stahl eingespart werden soll. Laut des Standards zur konstruktiven Ausführung von Offshore-Windenergieanlagen des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie müssen jährlich 25% der Anlagen einer kompletten Prüfung unterzogen werden, was ebenfalls die Reinigung der Gründungsstrukturen erfordert (BSH 2007).

Durch die hohe Anzahl der geplanten Windenergieanlagen in der Nordsee ermöglicht eine Ernte der Aufwuchsgemeinschaft die Gewinnung einer sehr großen Menge protein- und lipidhaltiger Ressourcen. Miesmuscheln besitzen einen hohen Proteinanteil und sind reich an Eisen und Vitamin B12. Sie besitzen außerdem einen hohen Anteil an essentiellen Omega-3-Fettsäuren. Frühere Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass sich die Miesmuschel zumindest für eine partielle Beigabe zum Fischfutter hervorragend zu eignen scheint.

Der Vorteil alternative Lipid- und Proteinressourcen aus dem marinen Bereich als Futtermittel einzusetzen gegenüber den bisher genutzten Alternativen wie Schlachttierabfällen, Invertebratenlarven und Pflanzenproteinen ist, dass die Fouling-Gemeinschaft im Prinzip einen nachwachsenden Rohstoff darstellt, dessen Verwendung weder für das Ökosystem noch aus ethischer Betrachtungsweise nachteilig ist und ein großes Potential für die Herstellung nachhaltiger, sauberer, ökologischer Futtermittel birgt, die nicht nur der Ästhetik der westlichen Kulturen entgegen kommt, sondern auch den Einsatz von artgerechtem Futter, welches dem selben Milieu entstammt, in der Aquakultur bedeutet.


 

"Dieses Projekt wird gefördert aus Mitteln des Landes Bremen."


 
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