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ß-Glukan bei der Kultur von Plattfischen in gemäßigten Breiten

In diesem binationalen Forschungsprojekt zwischen der IMARE GmbH und dem East Sea Fisheries and Research Institute – ESFRI und dem National Fisheries and Research Institute – NFRDI, beide Südkorea, geht es um die vergleichende Aufzucht von juvenilen japanischen Flundern (Paralichthys olivaceus) und Sternflundern (Platichthys stellatus) in landbasierten Kultursystemen unter Verwendung von Futterpellets, welche mit β -1-3-Glukan angereichert wurden.

β-Glukan ist ein Polysaccharid, welches aus der Zellwand von Hefezellen gewonnen wird. Der Immunsystem-stimulierende Effekt von Glukanen ist bereits für unterschiedliche Fischarten untersucht und erfolgreich nachgewiesen worden.

 

Die japanische Flunder (Paralichthys olivaceus) ist die am häufigsten kultivierte Fischart in Südkorea. Im Jahr 2006 erreichte die Produktion der japanischen Flunder 48.852 Tonnen, was 48% der gesamten in Aquakultur produzierten Fischmenge ausmacht. Die Sternflunder (Plathichthys stellatus) wird bisher selten in der Aquakultur gezüchtet, sie wird allerdings aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit als aussichtsreicher Kandidat für die intensive Aquakultur angesehen. In freier Natur verbringt diese Art einen Teil ihres Lebens in Ästuaren und Flüssen und das Verbreitungsgebiet erstreckt sich weit in die nördlichen Breiten. Die daraus resultierende Fähigkeit auch bei geringen Temperaturen und Salzgehalten noch zu wachsen, macht sie gerade in gemäßigten Breiten zu einem interessanten Kandidaten für die Aquakultur in Kreislaufanlagen, da im Winter Heizkosten eingespart werden könnten und durch niedrige Salzgehalte die Kosten für die Süßwasseraufbereitung minimiert werden können.

 

In diesem Projekt soll die Wirkung von β-Glukan auf die japanische Flunder überprüft und für die Sternflunder erstmalig getestet werden. Außerdem sollen Vor- und Nachteile der Sternflunder als Zuchtfisch im Vergleich zur erfolgreichen Zuchtfischart japanische Flunder dargestellt werden.

Zu diesem Zweck wurden Jungfische beider Spezies verwendet, um die Wirkung von β-Glukan-angereichertem Futter auf das Immunsystem und das Wachstum der Fische zu untersuchen. Alle Tiere stammen aus einer kommerziellen Fischzucht aus dem Großraum Gangneung (Südkorea). Jeweils die Hälfte der Tiere wurde mit β-Glukan-Futter gefüttert, die andere Hälfte mit konventionellem Futter, welches als Kontrolle diente. Die Futtermenge sowie verschiedene Wasserparameter (T, S, O2, pH) wurden für die Gesamtdauer von 10 Wochen täglich erfasst. Während der ersten 2 Wochen wurde das Fressverhalten der Fische beobachtet, um eine Einschätzung des Fressverhaltens zu erlangen und somit ein geeignetes Futterregime zu entwickeln. Jede Woche wurden 5 Individuen nach dem Zufallsprinzip aus den Becken entnommen, betäubt, gemessen, gewogen und Proben von Schleim, Blut, Verdauungstrakt, und Leber wurden genommen. Die Konzentrationen von Gesamtcholesterin, GOT, Glucose, Albumin und Gesamtprotein wurden im Blutserum gemessen. Die Lysozym- Konzentration im Blutserum wurde erfasst, das Verhältnis von RNA zu DNA wurde untersucht und die Verdauungsenzyme Amylase, Lipase und trypsinähnliche Proteasen wurden analysiert.

 

Erste Auswertungen der Ergebnisse zeigen einen positiven Trend für die Entwicklung der Fische, welche mit β-Glukan gefüttert wurden gegenüber den Kontrollfischen. Außerdem zeigen die Beobachtungen gerade beim Fressverhalten, große Unterschiede zwischen den beiden Arten.

Die weitere Auswertung der Ergebnisse wird zeigen, wie sich die Erkenntnisse für die Aquakultur nutzen lassen und welche Faktoren noch weiterer Untersuchung bedürfen. Man kann zum jetzigen Zeitpunkt jedoch schon sagen, das β-Glukan mit Sicherheit ein geeigneter Futtermittelzusatz speziell für Futter von Jungfischen ist, und das sowohl die japanische Flunder wie auch die Sternflunder interessante Arten für den Einsatz in Kreislaufanlagen in Deutschland sind.


 

 
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